Bücher, die ich im August 2023 gelesen habe

11.09.2023

#lesen #buchclub #100DaysToOffload

Lesedauer: 5 Minuten

Das hier ist der erste Post einer hoffentlich monatlichen Serie, in der ich die Bücher, die ich im vergangenen Monat gelesen habe, revue passieren lasse.

Im August bin ich meinem Pensum von einem Buch pro Woche nicht so richtig gerecht geworden, was unter anderem daran lag, dass ich einige Bücher begonnen und nach zwei oder drei Tagen wieder weggelegt habe, weil ich gemerkt habe, dass sie mir einfach nicht taugen.

Trotzdem habe ich drei Bücher gelesen, die ich hier mal kurz zusammenfassen möchte.

Margaret Atwood: The Handmaids Tale

Das Buch habe ich irgendwo online auf einer Liste der besten SciFi-Romane der 80er gesehen, als ich auf der Suche nach neuem Lesematerial war, und da mir der Titel vage bekannt vorkam (es gibt eine Verfilmung des Materials als Serie, die ich aber nie gesehen habe), hab ich mich dafür entschieden, es zu lesen. Ich würde das Buch aber nicht unbedingt als Science Fiction bezeichnen, eher als eine Art alternative Realität, ein was-wäre-wenn Szenario.

Konkret, was wäre wenn sich in den USA die radikal-evangelikalen Fundi-Christen an die Macht putschen und einen Gottesstaat errichten würden?

Das Ergebnis fällt genauso aus, wie man sich das vorstellen würde: Eine christliche Version der islamischen Gottesstaaten, gepaart mit der kalten menschenverachtenden Atmosphäre katholischer Erziehungsanstalten (hoffentlich) vergangener Tage und mit einer guten Prise drittes Reich obendrauf. Frauen sind rechtlos, haben dem Manne Untertan zu sein und müssen als Gebärmaschinen herhalten (so sie denn fruchtbar sind, denn im vorausgegangenen Krieg wurden viele unfruchtbar, vor allem die Männer). Die Männer haben das Sagen, und jeder der auch nur im Verdacht steht der Ideologie nicht vollständig ergeben zu sein wird erhängt oder direkt erschossen. Gelebte Nächstenliebe also.

Hauptfigur ist die Magd Offred, die eine der wenigen verbliebenen fruchtbaren Frauen ist und deswegen im Haus des Kommandanten und seiner Frau Serena Joy lebt, wo sie einmal im Monat in einem bizarren Ritual vom Kommandanten begattet und die restliche Zeit wie Dreck behandelt wird.

Offred beginnt einfach irgendwo mittendrin aus ihrem Alltag zu erzählen, und so ergibt sich nur ganz langsam ein Bild von der Welt, in der sie lebt, wie es dazu kam, und was sie vorher für ein Leben hatte. Das macht den Einstieg etwas schwierig, aber wenn man mal drin ist kann man das Buch nicht mehr beiseite legen und nur immer wieder schaudern, wie fremd und irrsinnig und trotzdem absolut im Bereich des Möglichen die hier beschriebene Welt ist.

Steve Wozniak: iWoz

Bei diesem Buch hatte ich die ganze Zeit das dumpfe Gefühl, dass ich es vielleicht schonmal gelesen habe, aber ich konnte mich auch nicht mehr wirklich an viel erinnern, also hab ich es einfach nochmal gelesen.

Steve Wozniak ist Mitgründer von Apple (neben dem anderen, bekannteren Steve) und derjenige, der die ersten Apple-Computer völlig im Alleingang entwickelt hat.

In seiner Autobiographie zeichnet er sein Leben nach, von seiner Kindheit in der ihn schon sein Vater, ebenfalls Ingenieur, mit Erklärungen und Aufgaben in die Welt der Elektronik einführt hin zu seinen ersten Computerentwürfen, seinem ersten richtigen Job bei HP, dem Zusammentreffen mit Steve Jobs, der Gründung von Apple und darüber hinaus.

Auf jeden Fall spannend zu lesen und man bekommt einen guten Einblick in die Geschichte des Homecomputers aus einer einzigartigen Perspektive.

Allerdings liest sich das Buch, als hätte er einfach einige Stunden lang alle Geschichten, die ihm eingefallen sind in eine Sprachaufnahmeapp gesprochen und irgendwer hat dann alles abgetippt, in die richtige Reihenfolge gebracht und zack, das ist jetzt das Buch. Sein Sprachstil ist doch sehr redundant und ausschweifend (um nicht zu sagen, er schwafelt), und etwas mehr Sorgfalt beim Lektorat, um das ganze etwas prägnanter zu machen und mehr auf den Punkt zu bringen hätte dem Lesefluss gut getan.

Natalie Goldberg: Writing down the Bones

Wenn man Dem InternetTM Glauben schenken darf, ist “Writing down the Bones” oder wie es auf Deutsch heißt “Schreiben in Cafés” (warum einen Titel übersetzen, wenn man auch einfach einen neuen erfinden kann?) eines DER Bücher über kreatives Schreiben, und welch bessere Lektüre gibt es zu Beginn einer Blogging-Challenge als so ein Buch?

Also habe ich mich dran gemacht und wurde nicht enttäuscht!

Das Buch ist in viele kleine, voneinander unabhängige Kapitel gegliedert, die jeweils in sich abgeschlossen sind und eine Reihe von Themen abdecken, von philosophischen Betrachtungen übers Schreiben hin zu konkreten Tips oder auch einfach nur Beobachtungen der Autorin über sich selbst und ihr Verhältnis zum Schreiben. Man kann es also einfach immer wieder zur Hand nehmen und darin blättern und das eine oder andere Kapitel zur Inspiration lesen, je nachdem wonach einem gerade ist.

Sehr empfehlenswert, Das Internet hat nicht zu viel versprochen! Ich denke wenn ich an eine günstige Ausgabe des Buches komme (ich hatte es aus der Bibliothek), werde ich es mir auf jeden Fall zulegen um einfach hin und wieder drin zu schmökern.

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